Eine Lesung mit dem Autor

Karl-Heinz Ott, Freiburg

Quelle: Moser

Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Nationaler Kriegsheld? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie? Friedrich Hölderlin, der Mann im Turm, ist umkämpft wie kein zweiter deutscher Dichter.

Karl-Heinz Ott folgt den Geistern, die er rief, bis in unsere Tage. Am Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: Der Hölderlin isch et veruckt gwä! Und auf dem Höhepunkt der 68er-Revolte verkündet man in Paris, Hölderlin habe nur simuliert, aus Angst vor politischer Verfolgung. Als dann ausgerechnet beim Verlag Roter Stern Hölderlin erscheint, beginnt ein erbitterter Weltanschauungskrieg: Vergreiste Tradition gegen zeitgeistige Verwirrung, so heißen die Feindbilder.

Im 19. Jahrhundert ist Hölderlin fast unbekannt, im 20. Jh., nach der Wiederentdeckung durch den George-Kreis, allgegenwärtig.

In seinem so witzigen wie gelehrten Essay zeigt Karl-Heinz Ott Hölderlin als großen Spiegel Deutschlands, mit Tübingen als Rahmen: Dort hat Hölderlin den größten Teil seines Lebens zugebracht, dort geistert er bis heute faszinierend umher.

Karl-Heinz Ott, Freiburg

Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen an der Donau geboren, wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014). Zuletzt erschienen bei Hanser seine Romane Die Auferstehung (2015) sowie Und jeden Morgen das Meer (2018).

Leitung: Karl-Heinz Ott, Freiburg
Termin: 15.07.2021
Kursnummer: 010
Uhrzeit:

Freitag 17–20 Uhr mit einer Pause zum Abendessen

Kursgebühr: 25 €
Abendessen: 14,50 €

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