Zur Ambivalenz ihrer Darstellung

Seminar des Freiburger Märchenkreises

Die Gestalt der Frau Holle kennen die meisten als mollige, mütterlich-freundliche Frau. In dieser idealisierten Darstellung haben die großen Zähne aus dem Grimmschen Märchen oft genauso wenig Platz wie der Aspekt, dass die Hauptfigur sich bei der ersten Begegnung vor ihr fürchtet. Dies ist nur ein kleiner Hinweis auf die ambivalente Darstellung dieser Figur. Am deutlichsten werden die Differenzen zwischen modernen, meist filmischen, Idealisierungen und ursprünglicher Darstellung, wenn die Gestalt den vielfältigen sagenhaften Erzählungen gegenübergestellt wird: Frau Holle beschützt und belohnt, aber sie bestraft und vernichtet auch; sie ist sowohl mit dem Tod als auch mit dem Leben verbunden, und auch das Wissen um die jeweilige Zeit und ihre Anforderungen spielen eine wichtige Rolle; es gibt Verbindungen mit Nahrungstabus, dem Spinnen und vor allem mit der Zeit der Rauhnächte.
Das Seminar widmet sich all den verschiedenen Aspekten dieser Gestalt. Wir befragen Märchen und Sagen nach ihr und ihren verwandten Gestalten und lassen auch Brauchtum und aktuelle touristische Aspekte mit einfließen.

Die Referentin ist Präsidentin der Europäischen Märchengesellschaft e.V. Sie studierte Erziehungswissenschaft, Germanistik und Psychologie und ist freiberuflich tätig in der Erwachsenenbildung mit dem Arbeitsschwerpunkt Märchen.

Leitung: Sabine Lutkat, Oldenburg
Termin: 22.10. - 23.10.2021
Kursnummer: 100
Uhrzeit:

Freitag 15 Uhr mit dem Kaffee. Nach dem Abendessen wird bis ca. 21 Uhr gearbeitet. Samstag ab 9.30 mit Pause für das Mittagessen und einer kurzen Pause am Nachmittag, Ende 18 Uhr.

Teilnehmerzahl: max. 35
Kursgebühr: 50 €
Unterkunft und Verpflegung: ab 87 €

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