Literarisches Café

‚Nennt mich Ismael!‘.
So hatte noch kein Roman begonnen, den ich kannte, so klar und stark, ein Satz wie ein Mastbaum.

Das sagt Harald Martenstein in seinem Lobgesang in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT auf den Roman, für den Melville heute noch berühmt ist. Er nennt Moby Dick „den großartigsten Roman über den Fanatismus, einen politischen Roman ohne ein politisches Wort“. Von Moby Dick kennen viele heute nur noch den Titel bzw. die Hollywood-Verfilmung des Stoffes.

Nach einem abenteuerlichen Leben als Matrose und Harpunier auf einem Walfänger wurde Herman Melville mit knapp 30 Jahren sesshaft, heiratete und verarbeitete seine Reise-Erlebnisse literarisch. Nach einer Reihe von Südsee-Erzählungen entstand sein Klassiker über die Jagd nach dem Weißen Wal. Dieser Wal nimmt von Kapitel zu Kapitel immer neue Bedeutungen an und wird schließlich zu einem mächtig angereicherten Symbol für die Unbezwingbarkeit der Natur durch den Menschen.

Melville war auch ein Meister der Kurzgeschichte. Seine Erzählung Bartleby, the Scrivener gilt als Vorläufer der Moderne, ja des Absurden.

Anhand von Textausschnitten, Bildern, Hörbeispielen und Filmszenen soll das Schaffen dieses großen Autors zu seinem 200. Geburtstag gewürdigt werden.

Der Referent ist Anglist und Amerikanist.

Leitung: Dr. Karl Kunibert Schäfer, Freiburg
Termin: 30.07.2019
Kursnummer: 086
Uhrzeit:

Dienstag 15–17 Uhr

Kursgebühr: (inkl. Kaffee und Kuchen): 16 €

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