Chancen und ethische Fragestellungen von CRISPR-Cas

Prof. Cathomen: Die zielgerichtete Editierung unseres Erbguts mit „Genscheren“ hat ein neues Zeitalter der Medizin eingeläutet. Krankheiten, die mittels herkömmlicher Verfahren nicht behandelbar waren, können nun durch präzise Genomchirurgie therapiert werden. Die Grundlagen der Genom-Editierung und der aktuelle Stand der Technik werden vorgestellt sowie anhand einiger Beispiele aufgezeigt, wie diese Technologie erfolgreich zur Behandlung von Erb- und Infektionskrankheiten eingesetzt werden kann. Auf ethisch umstrittene Verfahren der Genom-Editierung wird eingegangen.

Prof. Schockenhoff: Der Einsatz von Genscheren zur Reparatur beschädigter Gensequenzen wirft zunächst die Frage nach der Kontrollierbarkeit auf. Solange es sich nur um Korrekturversuche im Rahmen der somatischen Gentherapie handelt, kann der Patient das verbleibende Restrisiko für sich selbst in Kauf nehmen. Soll das Verfahren aber im Rahmen einer Keimbahntherapie zur Anwendung kommen, wären davon auch künftige Generationen betroffen, die dazu jedoch keine persönliche Einwilligung geben können. Muss die Keimbahnintervention verboten werden? Darf man sie bei schweren Krankheiten erlauben? Ist es außerdem vertretbar, Menschen gentechnisch zu „optimieren“?

Die Referenten:

Toni Cathomen ist Professor für Zell- und Gentherapie an der Universität Freiburg und Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie am Universitätsklinikum Freiburg.

Eberhard Schockenhoff ist Priester und Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg und seit 2001 Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Leitung: Prof. Dr. Toni Cathomen, Freiburg Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Freiburg
Termin: 05.02.2020
Kursnummer: 016
Uhrzeit:

Mittwoch 17–20 Uhr mit einer Pause für das Abendessen

Kursgebühr: 12 €
Abendessen: 13 €

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