Krankheit und Heilung als kulturelle
und religiöse Phänomene

Mit der Forderung, therapeutisches Handeln müsse dem ganzen Menschen gerecht werden, wird heute der technische Imperativ und das mechanistische Menschenbild der modernen Medizin kritisiert. Zugleich wird anerkennend auf alternative Therapiekonzepte (Homöopathie, chinesische Akkupunktur, ayurvedische Medizin u.a.) hingewiesen, aber auch auf Methoden, die in einem Bezug stehen zur Religion (Geistheilung, Meditation, heilende Kraft der Spiritualität). Es wird nach der Bedeutung religiöser Orientierung bei der Bewältigung von Krankheit und anderen Lebenskrisen gefragt. Dabei geht es um den Anspruch von Heilsein und Ganzheit des Menschen, der dem fraktionierten, in Körper und Seele, einzelne Organe und Funktionen aufgeteilten Menschenbild der naturwissenschaftlich-technischen Medizin entgegengesetzt wird.
Statistische Untersuchungen kommen denn auch zu dem Ergebnis, dass religiöse Menschen weniger krank sind, weniger häufig in ein Krankenhaus aufgenommen werden, im Durchschnitt seltener hohen Blutdruck haben und besser gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt sind.

Es stellt sich somit die Frage: Gibt es die Möglichkeit einer nachweisbaren Wirkung von Glauben und religiöser Überzeugung auf Heilverfahren? Folgt daraus die „ärztliche Verordnung“ von Spiritualität?

Der Referent studierte Philosophie und Medizin, Promotion 1978; Ausbildung zum Arzt für Kinderheilkunde, 1989 Habilitation im Fach Geschichte der Medizin; 1992–2011 Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin/Universität Halle-Wittenberg

Leitung: Prof. Dr. Josef N. Neumann, Waldkirch
Termin: 27.02.2020
Kursnummer: 025
Uhrzeit:

Donnerstag, 18-20 Uhr

Kursgebühr: 12 €

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