Was hat der Maler wirklich damit sagen wollen?

Die Kreuzigung am Isenheimer Altar wird aufgrund der eindrücklichen Darstellungsweise sehr häufig betrachtet und erklärt. Meist wird jedoch das Werk, das ursprünglich für einen ganz bestimmten Kontext geschaffen wurde, ohne jede Frage nach den historischen Bedingungen seiner Entstehung gedeutet. Inzwischen ist in der Kunst-Wis­senschaft aber entdeckt worden, dass dies nicht der Absicht des Malers entsprach. Man kennt den Kontext sogar sehr genau und weiß entsprechend auch, wofür der Altar wirklich gedacht war.

Das Seminar wird sich eingehend mit dem Bild beschäftigen. Dazu werden wir zunächst unsere eigenen Seh-Ge­wohnheiten hinterfragen und das Bild, das wir schon so genau zu kennen meinen, neu zu sehen lernen. Wenn dieses Sehen schließlich mit den historischen Fakten kombiniert wird, entsteht eine den meisten von uns bisher unbekannte Sichtweise, in der auch der zeitgenössische Betrachter vor unser inneres Auge treten wird – und er wird uns einiges zu sagen haben!

Der Referent ist Kunsthistoriker mit wissenschaftlichem Schwerpunkt auf der Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, war Leiter der Victor-Klemperer-Akademie in Freiburg und ist u.a. Autor der Buch-Reihe „Kunstgeschichte in Einzelwerken“. Band 5 ist der Kreuzigungstafel des Isenheimer Altars gewidmet.

Termin: 06.04.2020
Kursnummer: 042
Uhrzeit:

Montag 10–12.30 Seminar im Waldhof, anschl. Mittagessen, 13.30–18 Uhr Fahrt nach Colmar (Unterlinden-Museum)

Teilnehmeranzahl: max. 25
Kursgebühr: (inkl. Fahrt, Eintritt): 56 €, mit Museumspass: 45 €
Mittagsmenü: 15,00 €

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