Die Hg. Sophia ist unbestritten der Höhepunkt der byzantinischen Architektur. Kaiser Justinian sagte voller Stolz bei seinem ersten offiziellen Eintritt: „Salomon, ich habe dich übertroffen!“ So falsch lag er damit nicht.
In der damaligen Theologie, die sich auf antike Baugewohnheiten und deren philosophische Überhöhung stützte, war die Hg. Sophia ein logischer Schritt: Sie stellt einen Sieg des „rechten, Gott erkennenden“ Glaubens dar über den „stumpf, nur das Gesetz des Moses buchstabengetreu befolgenden“ Glauben, also über einen Glauben, der die Geisteskräfte nicht nützt, die Gott gegeben hat. Der Glaube des Alten Bundes spiegelte in seiner architektonischen Form die Erde, das Irdische (Rechteck, Quadrat) wieder. In der Hg. Sophia mit ihren sich auflösenden Kreissegmenten und mächtigen Kuppel (dem ins Volumen gewendeten Kreis) findet dagegen das Ewige symbolisch Ausdruck.
Interessant ist, wie es nach und nach dahin kommt, denn das alles war nicht ein einzigartiger, genialer Entwurf. Aber nie wieder wurde jemals in Byzanz ein solcher Bau noch einmal neu errichtet – die Zukunft gehörte einem ganz anderen Bautyp: der Kreuzkuppelkirche.

Der Referent war orthodoxer Priestermönch einer altkalendaren griechischen Kirche. Er studierte Byzantinistik und Neograezistik, Liturgiewissenschaft und Fundamentaltheologie in Bochum und Thessaloniki. Er führt Studienreisen in Griechenland, Zypern, Armenien, Georgien, Aserbeidschan und Irland.

Leitung: Ulli Dimitri Bosl, Köln
Termin: 18.01. - 19.01.2019
Kursnummer: 007
Uhrzeit:

Freitag 17 Uhr bis Samstag nach dem Mittagessen

Kursgebühr: 35 €
Unterkunft und Verpflegung: ab 67 €

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