Die Karriere eines Heiligen, aus dem der Weihnachtsmann wurde

Bilder des Nikolaus

Weltweit ist es am 6. Dezember wieder soweit: Nikolaus kommt. Aber ist es wirklich so mit dem „weltweit“? Hat unser europäischer Nikolaus wirklich rund um den Globus Konjunktur? Und – wenn es so ist – wie konnte es dazu kommen?

Kein anderer Heiliger ist über die letzten rund 1600 Jahre hinweg so gleichbleibend populär geblieben. Keiner hat so mannigfaltige Brauchformen hervorgerufen, wie der heilige Nikolaus. Schon früh war er eine Art Universalheiliger für den gesamten west- und osteuropäischen Raum. Er wurde z.B. zum Nationalheiligen Russlands, weil er der wichtigste Heilige der russisch-orthodoxen Kirche war, nach ihm hießen Zaren. Er war und ist der „Hyperhagios“, der große „Thaumaturg“, d.i. der „Wundertäter“ der griechisch-orthodoxen Kirche. Und auch in Deutschland ist er ein Allround-Mann: Hier hängen Nikolausbrauch und -glaube nicht mehr nur wie früher ausschließlich mit dem katholischen Glauben zusammen – nein, man kennt ihn auch im evangelischen Norden des Landes. Schließlich mutierte er zum Weihnachtsmann. Und was war das mit dem Christkind? Wir wollen mit vielen Bildern und anrührenden Geschichten aus der Sicht der Volkskunde seine Karriere als „global player“ verfolgen.

Die Referentin ist Vorsitzende des Vereins der Freunde des Waldhofs e.V. und volkskundliche Erzählforscherin, unterrichtet europäische Ethnologie/Kulturanthropologie in Jena und Freiburg. Spezialgebiete: Märchen- und Sagenforschung, die auch die Gattung Legende einschließt, also auch die wunderbaren „Weihnachts- und Nikolausmärchen“ von früher und von heute.

Leitung: Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho, Freiburg
Termin: 05.12. - 06.12.2020
Kursnummer: 131
Uhrzeit:

Samstag 18 Uhr mit dem Abendessen; 19–21 Uhr Seminar,  Sonntag 9.30–12.30 Uhr; Ende mit dem Mittagessen

Kursgebühr: 35 €
Unterkunft und Verpflegung: 69,50 €

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