Eine notwendige Rückbesinnung

Portrait von Albert Schweitzer

Es war für Albert Schweitzer (1875-1965) ein Durchbruch in einer jahrelangen geistigen Auseinandersetzung mit den humanitätsfeindlichen Tendenzen der Gesellschaft des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts – die er im Ausbruch des 1. Weltkrieges gipfeln sieht –, als er 1915 während einer Fahrt auf dem Ogowe-Fluss aus einer tiefen depressiven Lähmung des Geistes zum Begriff „Ehrfurcht vor dem Leben” findet. Im Sich-selbst-Begreifen des Menschen als „Leben inmitten von Leben, das leben will” hoffte er, einen sich selbst erhellenden ethischen Grundsatz gefunden zu haben, dem jeder fühlende und denkende Mensch zustimmen müsste. Es ist ein Satz, der jegliches Leben einschließt, also die gesamte Biosphäre der Erde der Verantwortung des Menschen anvertraut.

Ein Blick auf den heutigen Zustand der Welt zeigt die Dringlichkeit dieser Ethik.

In einer Textkollage aus den wichtigsten Äußerungen Schweitzers wird diese Ethik greifbar und verständlich gemacht. Dazu erklingt Musik von J.S. Bach, um dessen Verständnis sich Schweitzer in mehreren Büchern und mit eigenem Orgelspiel verdient gemacht hat.

Die Mitwirkenden:
Gerd Michael Herbig, Studium Violine sowie Philosophie und Geschichte; gestützt u.a. auf Ernst Cassirer möchte er Musik und Kultur von den Künsten bis zur Wissenschaft insgesamt als geistigen, sinnstiftenden Prozess vermitteln.

Gerhart Darmstadt ist Schüler von Mirko Dorner, Nikolaus Harnoncourt und Anner Bylsma; er unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg historische Aufführungspraxis, Kammermusik, Barockvioloncello und Barockorchester; zahlreiche Auszeichnungen und Veröffentlichungen.

Leitung: Prof. Gerhart Darmstadt (Barock-Violoncello) Gerd Michael Herbig (Lesung)
Termin: 21.07.2020
Kursnummer: 083
Uhrzeit:

Dienstag 19–20.30 Uhr

Kursgebühr: 12 €

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