Drucken

Sie befinden sich im Archiv,
keine Anmeldung mehr möglich!

Kurs 1021

01.06.2010

Prof. Dr. Helmut F. Mikelskis, Physiker, Universität Potsdam

Goethe als Naturforscher

Experimente und Theorien im Kontext der Farbenlehre

„Auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein…
Dass ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre
der Einzige bin, der das Rechte weiß, darauf tue ich mir etwas zu gute,
und ich habe das Bewusstsein der Superiorität über viele…
“ (um 1815
)

Diese Aussage des selbstbewussten älteren Goethe mag manchen Germanisten verwundern. Die „normalen“ Naturwissenschaftler haben es eher ignoriert und als unbedeutende Fußnote der goetheWissenschaftsgeschichte abgetan. Immerhin hat der Physiknobelpreisträger Werner Heisenberg (1941) gefordert, dass man bei Anerkennung der modernen Physik – etwa der Unschärferelation in der Quantenmechanik – den Naturforscher nicht hindern solle, auch den Goetheschen Weg der Naturbetrachtung weiter zu verfolgen. Aber was ist der Goethesche Weg?

Eine wissenschafts- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit diesen Fragen erscheint im Angesicht der ökologischen Krisenerscheinungen in unserem Jahrhundert dringender denn je. Der Vortrag gibt eine Einführung in die wesentlichen physikalischen und philo-sophischen Grundlagen der Goetheschen Farbenlehre. Die Teilnehmer erhalten auch Gelegenheit kleinere – zum Teil überraschende – Experimente zur Optik selbst durchzuführen.

Der Referent ist Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Physik am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam und beschäftigt sich im Rahmen der Lehreraus- und -fortbildung mit naturphilosophischen, erkenntnistheoretischen und wissen-schaftskritischen Grundsatzfragen.

Dienstag, 17 - 21 Uhr
Teilnahme: 10,- €
Abendessen in der Pause: 9,50 €