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09.10.2010
Dr. Gisela Just und Helgard Diestel,
Faszination Wolf
Seit einigen Jahren ist der Wolf auch in Deutschland wieder heimisch. Schlagzeilen, die darüber berichten, appellieren häufig an unbewusste Angstvorstellungen. Der Wolf wurde als Bestie dämonisiert; im Mittelalter wurde Wölfen sogar der Prozess gemacht und man hat sie erhängt. In Märchen und Sagen hat dies seinen Niederschlag gefunden.
14.30 Uhr: Dr. Gisela Just, Freiburg
Der Wolf im Märchen
erscheint als Verschlingungsdämon, der listig in das behütete Haus eindringt, z.B. in den Kinder-Schreckmärchen der Brüder Grimm. Andererseits spielt er, besonders in nordischen Überlieferungen, eine Rolle als Verwandlungstier, z.B. als Werwolf in Tierbräutigam-Märchen, der in der Partnerin seine Erlösung sucht und findet. Auch die Fabel kennt ihn – meist als den fressgierigen starken, aber dummen Popanz, der von einem kleineren schwächeren Tier überlistet wird. Seit Jahrhunderten ist er stets negativ bzw. ambivalent gesehen worden und verkörpert das böse Element in den Erzählungen. Und nicht nur als „Wolf im Schafspelz“ ist er in den sprichwörtlichen Redensarten zu finden.
16.30 Uhr: Helgard Diestel, Buchenbach
Wolf und Mensch – eine Wieder-Annäherung
Gegenüber tiefsitzenden Vorurteilen gilt es, den Wolf wieder als das zu verstehen, was er ist: als einheimisches Raubtier mit ausgeprägtem Sozialverhalten und als Stammvater aller Hunderassen. Filme wie „Der mit dem Wolf tanzt“ oder „Kim und die Wölfe“ tragen ebenso dazu bei wie Dokumentarberichte aus der Verhaltensforschung. Die Referentin war von Kindesbeinen an fasziniert vom Wolf, sie hat viel Wissenswertes zusammengetragen, u.a. auch den Wolfspark Werner Freund be-sucht. In ihrem Vortrag sucht sie eine neue Annäherung an das Wesen des Wolfs.
Samstag 14.30 - 18 Uhr
Teilnahme: 10,- €
Kaffee und Kuchen in der Pause: 4,- €
Im Anschluss an das Seminar ist der preisgekrönte
norwegischen Jugendfilm „Kim und die Wölfe" zu sehen.
