Sie befinden sich im Archiv,
keine Anmeldung mehr möglich!
14.03.2012
,
Paula Modersohn-Becker
1. Teil: Vortrag:
Hin - und hergerissen ist das deutsche Mädchen aus Worpswede. Es hat Neigungen, einer Schwalbe gleich zurück in das verlorene Paradies zu fliegen. Das berichtet leicht amüsiert eine holländische Studienkollegin über Paula Becker, die am Neujahrsmorgen 1900 in Paris angekommen war und sich umgehend an der berühmten Académie Colarossi eingeschrieben hatte. Energisch und selbstbewusst war sie entschlossen, auf dem Weg zur Kunst hier in Paris weiterzukommen.
In Worpswede hatte sie ihre tiefsten und weitreichendsten Freundschaften geschlossen: Fritz Mackensen, ihr Zeichenlehrer, Clara Westhoff, die Bildhauerin, der Dichter Rainer Maria Rilke, der "die blonde Malerin und die dunkle Bildhauerin" gleichermaßen verehrte, sowie vor allem Otto Modersohn, ihr späterer Ehemann, Mentor und Kritiker.
Worpswede und Paris – welch ein Gegensatz! Zwischen diesen beiden Polen entwickelte sich das Werk der Künstlerin in einer staunenswerten Konsequenz.
Referentin: Stephanie Zumbrink M.A., Kunsthistorikerin, FR (in Vertretung für Annette Veit M.A.)
Zeit: Mittwoch 16–18 Uhr, anschl. Abendessen
2. Teil: Szenische Lesung „Paula“
mit a cappella-Gesängen von und mit Lore Seichter-Muráth, Berlin
Die Lebenslust der Paula Modersohn-Becker wirkt ansteckend. Leicht und beschwingt ist auch Lore Seichter-Muráths Monologtext über die zu ihren Lebzeiten von Kritikern verschmähte Malerin geworden: Limericks tauchen da neben szenischen Bildern auf, Briefauszüge neben Tagebuchaufzeichnungen, Zitate Dritter, neben schwungvollen Schlüssen. Schließt man die Augen, erlebt man besonderes Kino im Kopf in den Farben der Modersohn-Becker. Zeitgenossen bleiben eindrucksvoll im Hintergrund, während mit allen Mitteln der Erzählkunst Paulas Suche nach Eigen-, bzw. Einzigartigkeit und Neuem in ihrer Kunst, nach geforscht wird. Die Stationen ihres Lebens in ihrer Zeit schillern bis hinein in den Rezipienten: Dresden, die Stadt ihrer Kindheit, das hanseatische Bremen, das aufsteigende Berlin des Kaiserreichs, die europäische Kunstmetropole Paris, und ein kleines Dorf im norddeutschen Moor- Worpswede. Ein Nest, bewohnt von den Ärmsten der Armen, den Moorteufeln - berühmt gemacht durch eine Künstlerkommune, zu der auch Paula gezählt wird, vor der sie aber oft genug zu ihren Lebzeiten geflohen war.
Beginn nach dem Abendessen: 19 Uhr
Teilnahme: 20 €, erm. 15 €
nur Vortrag oder nur Lesung: je 12 €, erm. 9 €
Abendessen: 10 €
